Grammatik gehört zum täglichen Leben und begegnet uns ständig – auch wenn wir sie oft gar nicht bemerken. Das Prädikat ist dabei ein zentrales Bauteil jedes Satzes. Wenn Du verstehst, wie Du das Prädikat erkennst und danach fragst, wird das Verfassen und Analysieren von Sätzen deutlich leichter.
Mit wenigen einfachen Regeln lässt sich rasch herausfinden, welches Wort oder welche Wortgruppe im Satz die Handlung aussagt. Dieser Artikel nimmt Dich an die Hand und zeigt Schritt für Schritt, wie Du beim Herausfinden des Prädikats richtig vorgehst.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Prädikat ist das zentrale Verb oder die Verbgruppe und beschreibt Handlung, Vorgang oder Zustand im Satz.
- Man fragt nach dem Prädikat meist mit „Was tut das Subjekt?“ oder „Was geschieht?“.
- Das Prädikat bestimmt, welche weiteren Satzglieder der Satz benötigt.
- Es besteht oft aus mehreren Verbteilen, z. B. in Zeitformen oder mit Modalverben.
- Ohne Prädikat ist ein deutscher Satz grammatisch unvollständig.
Definition des Prädikats in einem Satz
Das Prädikat bildet das Herzstück eines Satzes und steht immer in engem Zusammenhang mit dem Subjekt. Es besteht meist aus einem Verb oder einer Verbgruppe, die angibt, was im Satz passiert. Ohne ein Prädikat wäre ein Satz unvollständig, da es die Handlung, einen Vorgang oder einen Zustand beschreibt.
Oft reicht schon ein einzelnes Wort wie „schläft“ oder „rennt“, um als Prädikat zu gelten. Kompliziertere Sätze können auch zusammengesetzte Prädikate enthalten: Zum Beispiel bei Zeitformen wie „hat gegessen“ oder Modalverben wie „kann schwimmen“. Das Prädikat ist also der Teil des Satzes, der deutlich macht, welche Aktion ausgeführt wird oder was geschieht.
Zusätzlich übernimmt das Prädikat die wichtigste Aufgabe für die Satzstruktur: Es bestimmt, welche weiteren Satzglieder – zum Beispiel Objekt oder Adverbial – notwendig sind. Durch die Bestimmung des Prädikats lässt sich schnell erkennen, worauf sich die Aussage des Satzes konzentriert.
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Rolle des Prädikats beim Satzbau

Das Prädikat ist das zentrale Element eines jeden vollständigen Satzes. Es trägt nicht nur dazu bei, dass die Aussage eines Satzes überhaupt Sinn ergibt, sondern bestimmt auch maßgeblich, wie der gesamte Satz aufgebaut wird. Ohne das Prädikat sind selbst Sätze mit vielen anderen Satzteilen unvollständig und ergeben keinen klaren Sinn.
Besonders wichtig ist dabei, dass das Prädikat festlegt, welche weiteren Satzglieder im Satz notwendig sind. Je nach Handlungsverb braucht es zum Beispiel ein Objekt („Der Junge liest ein Buch.“) oder ein Adverbial („Sie geht schnell.“). Das Prädikat gibt also gewissermaßen den Ton an und zeigt, wie die übrigen Teile des Satzes angeordnet werden sollten.
Außerdem steuert das Prädikat die zeitliche Einordnung durch seine Verbform: Ob etwas in der Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft passiert, lässt sich allein durch das Prädikat erkennen. Auch Fragen, Befehle oder Wünsche lassen sich nur mithilfe des Prädikats ausdrücken. Damit ist deutlich: Ein Satz lebt von seinem Prädikat, und dieses sorgt dafür, dass Gedanken klar kommuniziert werden können.
Wie erkenne ich das Prädikat im Satz?
Das Prädikat eines Satzes lässt sich recht einfach bestimmen, wenn Du weißt, worauf Du achten musst. Fast immer bildet das konjugierte Verb das Zentrum des Prädikats. Suche daher zunächst nach dem Verb im Satz, also zum Beispiel nach „geht“, „liest“ oder „ist gefahren“. Das Wort, das anzeigt, was passiert oder welche Handlung ausgeführt wird, ist fast immer der wichtigste Teil des Prädikats.
Achte außerdem darauf, dass ein Prädikat nicht nur aus einem einzigen Verb bestehen muss. Häufig handelt es sich um eine Kombination mehrerer Wörter – etwa bei zusammengesetzten Zeitformen wie „hat gearbeitet“ oder bei Modalverben, beispielsweise „kann schwimmen“. In solchen Fällen umfasst das Prädikat alle diese zum Verb gehörenden Bestandteile und steht häufig gemeinsam direkt hinter oder neben dem Subjekt.
Ein einfacher Tipp: Stelle Dir die Frage, welches Wort im Satz die Handlung beschreibt. Nichts anderes als diese Handlung ist das Prädikat. Es ist dabei völlig unabhängig davon, ob weitere Satzglieder wie Objekt oder Adverbial im Satz auftreten. Das Prädikat bleibt stets das Element, das einen Vorgang, Zustand oder eine Tätigkeit ausdrückt.
Die Grammatik ist das Gesetz der Sprache, und das Prädikat ihr Richter. – Johann Wolfgang von Goethe
Welche Fragen helfen, das Prädikat zu bestimmen?
Um das Prädikat in einem Satz sicher zu bestimmen, hilft es, gezielte Fragen an den Satz zu stellen. Die gebräuchlichste Frage richtet sich direkt an die Handlung oder den Zustand, die im Satz ausgedrückt werden:
„Was tut das Subjekt?“
Indem Du diese Frage stellst, gelangst Du zielsicher zum Verb beziehungsweise zur Verbgruppe, die das Prädikat bilden.
Neben dieser Kernfrage gibt es noch andere nützliche Formulierungen:
- „Was geschieht?“ – Diese Frage nutzt Du vor allem bei unpersönlichen Sätzen oder Vorgängen ohne klares handelndes Subjekt.
- „Was wird getan?“ – Besonders praktisch in Passivsätzen, da hierbei das eigentlich handelnde Subjekt oft fehlt.
Durch die bewusste Anwendung solcher Fragen rückst Du die Tätigkeit oder den Ablauf eines Geschehens in den Mittelpunkt und erkennst schnell, welche Verbform(en) das Prädikat bildet.
Tipp: Häufig befindet sich das konjugierte Verb direkt hinter dem Subjekt – Dies erleichtert die Zuordnung. In zusammengesetzten Zeiten (z.B. „wird gelesen“) gehören alle Teile, die zusammen eine Tätigkeit ausdrücken, gemeinsam zum Prädikat. Auf diese Weise lassen sich auch komplexere Verbindungen strukturieren und richtig erfassen.
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| Frage nach dem Prädikat | Beispiel im Satz |
|---|---|
| Was tut das Subjekt? | Der Hund läuft im Garten. |
| Was geschieht? | Es regnet. |
| Was wird getan? | Das Buch wird gelesen. |
| Welche Handlung findet statt? | Die Kinder spielen Fußball. |
| Welcher Vorgang wird beschrieben? | Der Kuchen ist gebacken worden. |
Typische Frage: „Was tut das Subjekt?“

Die häufigste und einfachste Methode, um das Prädikat zu erkennen, ist die Frage: „Was tut das Subjekt?“ Stell Dir vor, Du findest einen längeren oder ungewöhnlich formulierten Satz. Indem Du gezielt nach der Handlung fragst, die vom Subjekt ausgeführt wird, isolierst Du automatisch das Verb oder die Verbgruppe – also das Prädikat.
Nehmen wir als Beispiel den Satz: „Der Junge klettert schnell auf den Baum.“ Mithilfe der Frage „Was tut der Junge?“ erhältst Du die Antwort: „klettert“. Das ist direkt das Prädikat des Satzes. Auch bei längeren Satzaussagen wie „Meine Schwester hat gestern einen Kuchen gebacken“ hilft diese Frage sofort weiter. Sie zeigt, dass alle zum Verb gehörenden Teile („hat … gebacken“) zusammen das Prädikat bilden.
Mit dieser Methode kannst Du Sätze jeder Länge untersuchen. Das Praktische dabei: Die Fragestellung funktioniert unabhängig davon, wie viele weitere Informationen im Satz enthalten sind. Selbst wenn Adjektive, Adverbien oder Objekte eingebaut sind, bleibt durch die Frage nach dem, was getan wird, stets der zentrale Kern des Prädikats sichtbar. So verschaffst Du Dir schnell Klarheit über den Aufbau fast jedes deutschen Satzes.
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Unterscheidung zwischen Prädikat und anderen Satzgliedern

Es ist wichtig, das Prädikat klar von den anderen Satzgliedern zu unterscheiden. Das Prädikat beschreibt immer die Handlung, den Vorgang oder den Zustand im Satz. Es besteht meist aus einem Verb oder einer zusammengesetzten Verbgruppe – wie zum Beispiel „hat gebacken“ oder „kann laufen“. Die anderen Satzglieder liefern zusätzliche Informationen über die Umstände, Personen, Dinge oder Orte, auf die sich das Geschehen bezieht.
Typische andere Satzglieder sind Subjekt, Objekt und Adverbial. Das Subjekt steht meistens vor dem Prädikat und beantwortet die Frage „Wer oder was?“, zum Beispiel „Der Hund“. Ein Objekt ergänzt oft das Verb um weitere Beteiligte, etwa „den Ball“ in „Der Hund bringt den Ball“. Adverbiale geben Hinweise auf Zeit, Ort, Grund oder Art und Weise des Handelns, beispielsweise „im Park“ oder „gestern“.
Während alle diese Bestandteile entfernbar oder austauschbar sein können, ist das Prädikat für einen grammatikalisch vollständigen Satz unverzichtbar. Ohne Prädikat bleibt ein Satz unvollständig. Indem Du gezielt nach der Tätigkeit oder dem Zustand fragst („Was wird getan?“), kannst Du das Prädikat sicher erkennen und von den übrigen Satzgliedern abgrenzen. So behältst Du stets den Überblick beim Analysieren eines Satzes.
Beispiele für Fragen nach dem Prädikat
Was die Frage nach dem Prädikat so praktisch macht, ist ihre vielseitige Anwendbarkeit auf nahezu jeden deutschen Satz. Du kannst sie sowohl in einfachen als auch in komplexeren Konstruktionen nutzen und damit schnell den zentralen Handlungsträger ermitteln.
Ein gutes Beispiel liefert der Satz: „Die Katze schläft auf dem Sofa.“ Um das Prädikat zu finden, stellst Du dir einfach die Frage: „Was tut die Katze?“ Die Antwort darauf – „schläft“ – zeigt dir direkt das Prädikat.
In Sätzen mit zusammengesetzten Verben, wie etwa „Mein Freund hat gestern einen Film gesehen“, gehst Du genauso vor: „Was hat mein Freund gemacht?“ Hier lautet das Prädikat „hat … gesehen“. Es umfasst alle Bestandteile, die gemeinsam eine Tätigkeit ausdrücken.
Auch wenn kein klassisches Subjekt im Satz steht, helfen dir Fragen wie: „Was wird getan?“ oder „Was geschieht?“ Bei Passivsätzen funktioniert dies besonders gut: Zum Beispiel bei „Das Bild wird gemalt.“ Mit der Frage „Was wird getan?“ erschließt sich klar, dass „wird gemalt“ das Prädikat bildet. So kannst Du systematisch vorgehen und findest immer rasch heraus, welcher Teil des Satzes zur Handlung oder zum Zustand gehört.
Übungen zum Erkennen des Prädikats
Um sicherzugehen, dass Du das Prädikat in jedem Satz findest, lohnt es sich, gezielt anhand von Übungen zu trainieren. Nimm Dir dazu verschiedene Beispielsätze vor und stelle jeweils die Frage: „Was tut das Subjekt?“. Die Antwort ist immer das gesuchte Prädikat – entweder ein einzelnes Verb oder eine verbale Wortgruppe.
Hier sind einige Sätze zum Üben:
- Die Kinder malen ein Bild.
- Der Vogel ist weggeflogen.
- Gestern wurde gefeiert.
- Mein Bruder hat den Test bestanden.
- Der Kuchen wird gebacken.
Stelle bei jedem Beispiel die passende Frage nach dem Prädikat. Markiere dann das Verb beziehungsweise die Verbgruppe als Prädikat.
Mit der Zeit entwickelt sich ein Gespür dafür, wie das Prädikat aufgebaut ist und wo es im Satz zu finden ist. Besonders hilfreich ist die Unterscheidung zwischen einfachen und zusammengesetzten Prädikaten – achte darauf, immer alle Teile des Prädikats zu erkennen und einzubeziehen.
Auf diese Weise wirst Du beim Analysieren oder eigenen Formulieren von Sätzen immer sicherer.
